SupraFlux Trading-Wissen

Drawdown beim Trading:
Rückgänge verstehen und
richtig einordnen

Ein Drawdown zeigt, wie weit ein Kurs, Portfolio oder Trading-Konto von einem vorherigen Hoch zurückgefallen ist. Die Kennzahl macht Verlustphasen vergleichbar – erklärt aber nicht allein, warum ein Rückgang entstanden ist oder wie es danach weitergeht.

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Ein Drawdown beschreibt, wie weit ein Kurs, Portfolio oder Trading-Konto von einem vorherigen Hoch zurückgefallen ist. Statt nur einzelne Verlusttrades zu betrachten, macht die Kennzahl sichtbar, wie stark eine Verlustphase den bisherigen Höchststand unterschreitet.

Das ist besonders hilfreich, wenn unterschiedliche Phasen miteinander verglichen werden sollen. Gleichzeitig ist Drawdown nur eine Kennzahl: Er zeigt die Tiefe eines Rückgangs, aber nicht automatisch dessen Ursache, Dauer oder zukünftige Entwicklung.

Was bedeutet Drawdown beim Trading?

Der Begriff Drawdown bezeichnet einen Rückgang von einem vorherigen Höchstwert zu einem späteren tieferen Wert. Als Referenz dient also nicht zwingend der Einstieg eines einzelnen Trades, sondern ein bereits erreichter Höchststand.

Bei einem Trading-Konto kann sich der Drawdown beispielsweise auf die Equity-Kurve beziehen. Bei einem Portfolio kann der Gesamtwert betrachtet werden. Bei einem einzelnen Markt oder Wertpapier lässt sich der gleiche Grundgedanke auf den Kurs anwenden.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einem einfachen Verlust: Ein einzelner Trade kann mit Verlust enden, ohne dass daraus automatisch ein besonders grosser Drawdown entsteht. Umgekehrt können mehrere kleinere Verluste zusammen einen spürbaren Rückgang vom vorherigen Hoch erzeugen.

Wie wird ein Drawdown berechnet?

Für eine einfache prozentuale Berechnung werden ein vorheriger Höchstwert und ein aktueller tieferer Wert benötigt.

Formel
  • Drawdown in %: (aktueller Wert − Höchstwert) ÷ Höchstwert × 100
  • Alternative als positiver Rückgangsbetrag: (Höchstwert − aktueller Wert) ÷ Höchstwert × 100

SupraFlux verwendet im bestehenden Light-Rechner die negative Darstellung. Ein Ergebnis von −15 % bedeutet deshalb: Der aktuelle Wert liegt 15 % unter dem vorherigen Hoch.

Beispielrechnung: Drawdown vom letzten Hoch

Angenommen, ein Kurs oder Kontowert erreichte zuletzt 150 und liegt aktuell bei 127,50.

Beispielwerte
  • Letzter Höchstwert: 150
  • Aktueller Wert: 127,50
  • Differenz: −22,50

Die Rechnung lautet:

(127,50 − 150) ÷ 150 × 100 = −15 %

Der aktuelle Wert liegt damit 15 % unter dem vorherigen Hoch. Diese Aussage beschreibt zunächst nur die Tiefe des Rückgangs. Sie sagt noch nichts darüber aus, warum er entstanden ist oder wie schnell eine mögliche Erholung erfolgt.

Was ist maximaler Drawdown?

Der maximale Drawdown bezeichnet den grössten beobachteten Rückgang von einem Hoch zu einem späteren Tief innerhalb eines gewählten Zeitraums. Er ist damit eine historische Extremkennzahl für die stärkste gemessene Verlustphase in diesem Abschnitt.

Bei einer Trading-Strategie kann der maximale Drawdown helfen, die historische Belastung der Equity-Kurve sichtbar zu machen. Dabei ist jedoch entscheidend, welcher Zeitraum betrachtet wird und ob dieselbe Berechnungsbasis verwendet wird.

Ein maximaler Drawdown aus zwölf Monaten ist nicht automatisch direkt mit einem Wert aus zehn Jahren vergleichbar. Auch unterschiedliche Strategien, Märkte und Risikoregeln können zu sehr verschiedenen Schwankungsprofilen führen.

Aktueller Drawdown vs. maximaler Drawdown

Der aktuelle Drawdown beschreibt, wie weit der betrachtete Wert momentan unter seinem relevanten vorherigen Hoch liegt. Wird später ein neues Hoch erreicht, endet dieser laufende Drawdown.

Der maximale Drawdown blickt dagegen auf einen ganzen Zeitraum zurück und sucht darin den grössten Abstand zwischen einem Hoch und dem danach erreichten Tief.

Unterschied auf einen Blick
  • Aktueller Drawdown: momentaner Abstand zum letzten relevanten Hoch
  • Maximaler Drawdown: grösster historischer Hoch-Tief-Rückgang im betrachteten Zeitraum

Warum Drawdown für Trader wichtig ist

Gewinn und Verlust einzelner Trades zeigen nur einen Ausschnitt. Ein Drawdown macht sichtbar, wie sich mehrere Ergebnisse über eine zusammenhängende Verlustphase auf das Konto oder Portfolio auswirken.

Dadurch lassen sich Verlustphasen besser vergleichen. Eine Strategie kann beispielsweise eine attraktive Trefferquote haben und trotzdem zeitweise grössere Rückgänge erleben. Umgekehrt kann eine niedrigere Trefferquote mit einer anderen Gewinn- und Verluststruktur verbunden sein.

Drawdown ergänzt deshalb andere Kennzahlen, ersetzt sie aber nicht. Aussagekräftiger wird die Betrachtung zusammen mit Positionsgrösse, Risiko pro Trade, Gewinn-/Verlust-Verhältnis, Verlustserien und einer sauberen Trade-Historie.

Drawdown und Verlustserie: Wo liegt der Unterschied?

Eine Verlustserie beschreibt mehrere aufeinanderfolgende Verlusttrades. Drawdown misst dagegen den Rückgang vom vorherigen Höchststand. Beide Grössen können miteinander zusammenhängen, sind aber nicht identisch.

Drei kleinere Verlusttrades in Folge können beispielsweise einen begrenzten Drawdown verursachen. Ein einzelner ungewöhnlich grosser Verlust kann dagegen einen stärkeren Drawdown auslösen, obwohl keine lange Verlustserie vorliegt.

Für einen Review ist es deshalb sinnvoll, nicht nur die Anzahl verlorener Trades zu zählen, sondern auch zu prüfen, wie stark die Equity-Kurve tatsächlich vom bisherigen Hoch zurückgegangen ist.

Drawdown und Positionsgrösse

Die Positionsgrösse beeinflusst, wie stark sich ein einzelnes Ergebnis auf das Konto auswirken kann. Werden bei sonst gleichen Bedingungen grössere Risiken eingegangen, können auch Kontoschwankungen stärker ausfallen.

Positionsgrösse ist jedoch nur ein möglicher Einflussfaktor. Trefferquote, durchschnittliche Gewinne und Verluste, Verlustserien, Gebühren, Slippage und die konkrete Strategie wirken ebenfalls auf die Entwicklung der Equity-Kurve.

Wie sich eine Stückzahl aus geplantem Geldrisiko und Stop-Abstand ableiten lässt, erklären wir im Artikel Positionsgrösse berechnen.

Warum die Erholung nach einem Drawdown mehr als den gleichen Prozentsatz braucht

Prozentuale Verluste und anschliessende Erholungen sind nicht symmetrisch. Der Grund ist, dass nach einem Rückgang von einer kleineren Ausgangsbasis gerechnet wird.

Einfaches Beispiel
  • Ausgangswert: 100
  • Rückgang um 20 %: neuer Wert 80
  • Erforderliche Erholung von 80 auf 100: 25 %

Ein Verlust von 20 % benötigt also nicht nur einen Gewinn von 20 %, um den vorherigen Höchststand wieder zu erreichen. Von 80 aus entsprechen die fehlenden 20 Punkte einem Anstieg von 25 %.

Je grösser der Drawdown wird, desto deutlicher wird dieser mathematische Effekt. Das ist ein Grund, Drawdown nicht nur als nachträgliche Statistik zu betrachten, sondern ihn im Risikomanagement und in der Positionsplanung im Blick zu behalten.

Was ein Drawdown nicht aussagt

Ein Drawdown ist keine Prognose. Ein historischer Rückgang zeigt nicht zuverlässig, wie sich ein Markt oder eine Strategie künftig entwickeln wird.

Auch die Qualität einer Strategie lässt sich nicht allein an einem Drawdown-Wert festmachen. Ein Vergleich ist nur sinnvoll, wenn Zeitraum, Strategie, Renditeprofil und Risikoregeln berücksichtigt werden.

Die Kennzahl erklärt ausserdem nicht die Ursache des Rückgangs. Ein Drawdown kann durch normale Schwankungen, eine Verlustserie, eine veränderte Marktphase, zu grosse Positionen, einzelne Ausreisser oder mehrere Faktoren gemeinsam entstehen.

Drawdown im SupraFlux Risk Center berechnen

Im kostenlosen Risk Center steht ein einfacher Drawdown-Rechner zur Verfügung. Er verwendet den letzten Höchstwert und den aktuellen Wert und berechnet daraus den prozentualen Rückgang.

Die dort angezeigten Stufen dienen als vereinfachte Orientierung innerhalb des Light-Tools. Sie sind keine allgemeingültige Regel dafür, ab welchem Drawdown ein Markt, Konto oder eine Strategie automatisch als sicher, kritisch oder ungeeignet gelten sollte.

Drawdown im Risk Center berechnen →

Drawdown im Risk Radar

Im SupraFlux Risk Radar ist die Drawdown-Lage einer von mehreren Faktoren zur allgemeinen Einordnung des Marktumfelds. Sie steht dort neben Markttrend, Volatilität und News-Risiko.

Diese Einordnung dient der Orientierung und ist kein Handelssignal. Ein einzelner Drawdown-Wert entscheidet deshalb nicht, ob ein Trade ausgeführt werden sollte.

Warum Drawdown ins Trading Journal gehört

Ein einzelner Drawdown-Wert ist eine Momentaufnahme. Über eine längere Historie wird interessanter, wann Rückgänge entstehen, wie lange sie dauern und welche Setups, Positionsgrössen oder Regelabweichungen damit zusammenhängen.

Ein Trading Journal kann diese Zusammenhänge nachvollziehbar machen. Geplantes Risiko, tatsächliche Ergebnisse und spätere Reviews lassen sich miteinander vergleichen, statt nur einzelne Verlusttage isoliert zu betrachten.

Wie Supra Journal V1 Dokumentation und Auswertung verbindet, zeigt die Seite zum Supra Journal V1.

Auch psychologische Reaktionen können in Verlustphasen eine Rolle spielen. Wer während eines Drawdowns häufiger vom eigenen Plan abweicht, kann ergänzend den Artikel zur Trading-Psychologie nutzen.

Häufige Fehler bei der Drawdown-Interpretation

Drawdown mit einem einzelnen Verlust verwechseln

Drawdown bezieht sich auf den Rückgang von einem vorherigen Hoch. Ein einzelner Verlusttrade ist deshalb nicht automatisch mit dem gesamten Drawdown identisch.

Nur den aktuellen Drawdown betrachten

Der aktuelle Rückgang zeigt die momentane Situation. Für eine historische Bewertung kann zusätzlich der maximale Drawdown eines klar definierten Zeitraums relevant sein.

Unterschiedliche Zeiträume direkt vergleichen

Je länger ein betrachteter Zeitraum ist, desto mehr Marktphasen kann er enthalten. Deshalb sollten Drawdown-Werte nur mit vergleichbarer Datengrundlage gegenübergestellt werden.

Hohen Drawdown automatisch mit einer schlechten Strategie gleichsetzen

Ein hoher Drawdown ist ein wichtiger Risikohinweis, bewertet aber nicht allein die Gesamtqualität einer Strategie. Rendite, Schwankungen, Zeitraum und Risikoregeln gehören ebenfalls zur Einordnung.

Historischen Drawdown als Prognose behandeln

Vergangene Rückgänge setzen keine feste Obergrenze für zukünftige Verlustphasen. Ein historischer maximaler Drawdown kann später überschritten werden.

Drawdown ohne Positionsgrösse und Risikoregeln betrachten

Die Equity-Kurve entsteht aus vielen Einzelentscheidungen. Positionsgrösse und Risiko pro Trade sollten deshalb gemeinsam mit dem Drawdown betrachtet werden.

FAQ zum Drawdown

Was ist ein Drawdown beim Trading?

Ein Drawdown ist der prozentuale oder absolute Rückgang von einem vorherigen Höchstwert zu einem späteren tieferen Wert. Er kann auf einen Kurs, ein Portfolio oder ein Trading-Konto angewendet werden.

Wie berechnet man einen Drawdown?

Bei negativer Darstellung lautet die einfache Formel: aktueller Wert minus Höchstwert, geteilt durch den Höchstwert und multipliziert mit 100. Von 150 auf 127,50 ergibt das −15 %.

Was bedeutet maximaler Drawdown?

Der maximale Drawdown ist der grösste beobachtete Rückgang von einem Hoch zu einem späteren Tief innerhalb eines festgelegten Zeitraums.

Was ist der Unterschied zwischen Drawdown und Verlust?

Ein Verlust kann sich auf einen einzelnen Trade beziehen. Drawdown beschreibt dagegen den Rückgang vom vorherigen Höchststand über eine zusammenhängende Phase.

Warum braucht die Erholung nach einem Drawdown prozentual mehr?

Nach einem Rückgang wird von einer kleineren Basis gerechnet. Nach −20 % von 100 auf 80 sind deshalb +25 % nötig, um wieder 100 zu erreichen.

Ist ein hoher Drawdown automatisch schlecht?

Ein hoher Drawdown zeigt eine starke historische Belastung, bewertet eine Strategie aber nicht vollständig. Zeitraum, Rendite, Schwankungen und Risikoregeln müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Kann ein Drawdown auch bei einer insgesamt profitablen Strategie auftreten?

Ja. Auch eine über längere Zeit profitable Strategie kann zwischenzeitliche Verlustphasen und Rückgänge vom vorherigen Hoch erleben.

Wie kann ich Drawdown im Risk Center berechnen?

Im SupraFlux Risk Center gibst du einen letzten Höchstwert und einen aktuellen Wert ein. Der Light-Rechner zeigt daraus den prozentualen Drawdown.

Fazit

Drawdown macht sichtbar, wie stark ein Kurs, Portfolio oder Trading-Konto von einem vorherigen Hoch zurückgefallen ist. Dadurch lassen sich Verlustphasen strukturierter vergleichen als mit dem Blick auf einen einzelnen Verlusttrade.

Für eine sinnvolle Einordnung sollten aktueller und maximaler Drawdown, Betrachtungszeitraum, Positionsgrösse und die restliche Trading-Historie gemeinsam betrachtet werden.

Die Kennzahl ist damit kein Signal und keine Prognose, sondern ein Werkzeug für Risikoverständnis, Dokumentation und Review.

Hinweis

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Weiterbildung. Sie enthalten keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen und ersetzen keine persönliche Anlage-, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Miss den Rückgang vom Hoch – und ordne die Verlustphase im richtigen Kontext ein.

Nutze den kostenlosen Drawdown-Rechner im Risk Center oder entdecke weitere Grundlagen im Trading-Wissen.